27. Januar 2017 romanstork

Just Earth – Sozialunternehmertum in Australien

Auch wenn Australien die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute deutlich zu spüren bekommt, ist das Land kein Vorreiter, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Dennoch gibt es Initiativen, die versuchen im Kleinen etwas zu verändern. Das Café „Just Earth“ in Brisbane ist eine von ihnen.

 

RebeccaAustralien, das andere Ende der Welt. Traumziel von Auswanderern, Surfern, Reisenden und Abiturienten. Und natürlich auch von Studenten wie mir. Ein Semester durfte ich in Brisbane, an der Ostküste des australischen Kontinents verbringen und dort studieren, reisen und leben. Ein Semester voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse. Als ich gefragt werde, ob ich in Form eines Blogbeitrages über diese Erfahrungen berichten möchte, sage ich spontan zu. “Um Nachhaltigkeit im Ausland sollte es thematisch gehen” – alles klar. Oder auch nicht.

Kann Australien Nachhaltigkeit?

Australien ist mit Sicherheit kein Paradebeispiel für eine nachhaltige und bewusste Lebensweise. Das Land erreicht regelmäßig Spitzenplatzierungen, wenn es um den pro Kopf Konsum von Fleisch geht – eine fragwürdige Ehre. Hinzu kommt eine mehr als restriktive Einwanderungspolitik, die mit Sicherheit nicht dazu beiträgt, Probleme von Flucht und Migration auf eine nachhaltige Art und Weise zu lösen. Und natürlich das Korallensterben am Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde und UNESCO Weltnaturerbe. Neben der globalen Erwärmung haben hier auch Landwirtschaft und Massentourismus ihren Beitrag geleistet.

Meine Flugbilanz: 10 Tonnen an CO2-Emissionen

Da mit dem Finger auf andere zeigen immer die einfachere Alternative ist, erinnere ich mich daran, mir zuerst an meine eigene Nase zu fassen. Ich finde heraus, dass jeder Deutsche pro Jahr im Durschnitt 12 Tonnen CO2 emittiert (Quelle: Umweltbundesamt). Dann lasse ich ausrechnen, dass allein meine Flüge von Frankfurt nach Brisbane mit satten 10 Tonnen CO2 zu Buche schlagen (Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes). Ich frage mich, wie ich es noch schaffen kann, authentisch über Australien und Nachhaltigkeit zu schreiben. Nachfolgend der Versuch.

Zum Glück ist nicht immer alles nur schwarz oder weiß. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es auch in Australien Initiativen gibt, die sich für mehr (soziale, ökologische oder wirtschaftliche) Nachhaltigkeit einsetzen. Die Ansätze und Ideen sind dabei so vielfältig wie das Land selbst.

Just Earth – People, Passion, Purpose

Ein tolles Beispiel für eine solche Café innenInitiative ist „Just Earth“, ein Café mit angeschlossener Rösterei und einem kleinen Shop in Brisbanes West End. Nachhaltigkeit steht bei Just Earth im Vordergrund und bildet den Kern des Geschäftsmodells. Der Inhaber beschreibt seine Vision für sein Café mit Hilfe der Schlagworte „People, Passion, Purpose“. Alle Arbeiter (People) entlang der Wertschöpfungskette sollen faire Bedingungen vorfinden und mit Leidenschaft (Passion) für beste Qualität sorgen. Der Rohkaffee von Just Earth entstammt daher ausschließlich aus fairem Handel, bei der Auswahl der Speisen wird auf Regionalität, Saisonalität und Bio-Qualität geachtet. Der eigentliche Zweck (Purpose) des Unternehmens ist die weltweite Unterstützung kleinerer (vor allem von Frauen geführten) Unternehmen. Diese können im caféeigenen (bald auch Online-)Shop ihre Kunst bzw. handgefertigten Produkte verkaufen. Der Gewinn, den Just Earth erwirtschaftet, wird dann in soziale Projekte investiert. Ein tolles Konzept, das sich zu unterstützen lohnt!

Kunst im Café

Veränderungen beginnen im Kleinen

Das Beispiel von Just Earth zeigt, dass es keine besonders revolutionäre Geschäftsidee braucht, um den Status Quo zum Positiven zu verändern. Nicht zuletzt sind es die kleinen Ideen, Konzepte oder Initiativen, die einen wichtigen Beitrag leisten können. Und das sogar im vermeintlich so wenig nachhaltigen Australien.

 


Über die Autorin:

RebeccaRebecca Ullrich
CSR/SE
Rebecca studiert im Mannheim Master Management und ist Mitglied des Projektteams nachhaltige Uni-Mode. Im Blog berichtet sie von ihren Erfahrungen im Auslandssemester in Australien.

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Comment (1)

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