Was steckt hinter den Versprechen von H&M, Asos, Zara und Co zum Thema Nachhaltigkeit?

Nachdem das Thema Nachhaltigkeit immer öfter auch im Mainstream vorzufinden ist, haben viele Fast Fashion Modehersteller angefangen, nachhaltige Produktreihen auf den Markt zu bringen. Jedoch steht das Konzept von Fast Fashion weiter im Konflikt zu der Vorstellung von nachhaltiger Mode. Schnell kommt die Frage auf, welchen der vielen Versprechen man überhaupt Glauben schenken kann. Ist das ganze wirklich Green oder nur Greenwashing?

Es gibt viele gut recherchierte Artikel, in denen Hersteller wie H&M und Zara, aber auch Adidas und Nike, genauer unter die Lupe genommen werden und die wir euch gerne unter dem Artikel verlinken. Für euch haben wir unten unseren Eindruck in ein kleines Fazit gepackt.

FAZIT: Viele Marken haben uns positiv überrascht. Gerade durch die Reduzierung von Plastiktaschen oder immer größeren Anteilen an biologisch hergestellter Baumwolle werden tatsächlich erste Veränderungen sichtbar. Jedoch verbraucht nach Angaben von WWF die Produktion eines einzigen Kilogramms Baumwolle – das gilt sowohl für herkömmliche Baumwolle als auch für Bio-Baumwolle – zwischen 7.000 und 29.000 Liter Wasser. Aus diesem eine Kilo können dann etwa ein T-Shirt und eine Jeans hergestellt werden. Ihr seht also: Auch mit Bio-Baumwolle ist schnelllebige Mode verantwortungslos gegenüber der Umwelt.

Uns ist ein Aspekt aufgefallen, den viele der mit Nachhaltigkeit werbenden Fast Fashion Anbieter gemeinsam haben. Die Produkte, bei deren Herstellung zu großem Teil auf die Umwelt geachtet wird, werden oft zusätzlich zu den schon bestehenden angeboten. Sie wirken neben den Massen, die weiterhin zu Dumpingpreisen angeboten werden, wie Tropfen auf dem heißen Stein. Gerade Aktionen wie von H&M, die 10% Rabatt auf den nächsten Einkauf bieten, wenn man alte Klamotten zum recyclen abgibt, fördern eher das Konsumdenken als einen nachhaltigen Umgang mit Kleidung.

Auch wenn jedes nachhaltig produzierte Produkt, dass statt einem Billig-Produkt gekauft wird, ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, gibt es einen großen Unterschied zwischen „nachhaltiger sein als davor” und „Nachhaltig sein“. Damit sind viele der Versprechen eher eine Imagepolitur, als dass sich im Gesamten viel verändert.

Trotzdem sind wir uns sicher, dass jede Veränderung in diese Richtung gut ist. Und so ist es sinnvoll, dass, wenn man unbedingt bei H&M und Co einkaufen möchte, man zu den nachhaltigen Produkten greift. Wenn diese nachhaltigen Reihen gut laufen, dann haben die Konzerne einen Ansporn, ihre Produktreihen zunehmend mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit zu belegen. Wir würden uns aber freuen, wenn ihr statt eurem nächsten Besuch bei H&M lieber eines der Unternehmen heraussucht, die lokal nachhaltige- oder SecondHand Mode anbieten. Eine Übersicht solcher Geschäfte findet ihr auch auf unserer Website.

Wie ernst meint es die Fast Fashion-Industrie mit der Nachhaltigkeit? | Vogue GermanyNike, H&M, Adidas & Co – Green oder Greenwashing? (peppermynta.de)